Gestern veröffentlichte die Saarbrücker Zeitung einen neuen Artikel zur Situation der Mauersegler im Saarland:
🔗 https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/mauersegler-in-saarbruecken-vogelschutzverein-startet-petition_aid-128367097
Daraus geht hervor: Die Behörden wissen über unsere Petition und die dramatische Lage Bescheid – und behaupten weiterhin, das Entfernen des Laufbretts und des Netzes biete den Mauerseglern ausreichend Platz und Anflugmöglichkeiten.
In dem Artikel wird außerdem angegeben, dass ein Teil des Gerüsts zurückgebaut worden sei – das ist schlichtweg falsch.
Wir verfügen über durchgängiges Bildmaterial: Das Gerüst steht heute noch exakt so wie zu Beginn.
Und von einem „zügigen Rückbau“ nach den Arbeiten zu sprechen, wirkt angesichts der andauernden Bauzeit nur noch zynisch.
Diese Darstellung widerspricht außerdem der fachlichen Einschätzung von Frau Dr. med. vet. Christiane Haupt, Expertin/Tierärztin für Mauersegler.
Sie kommt klar zu dem Ergebnis, dass die derzeitige Situation aus tiermedizinischer und artenschutzfachlicher Sicht keinesfalls ausreichend ist.
Doch nehmen wir – rein hypothetisch – an, die Behörden hätten recht und alle Tiere könnten tatsächlich problemlos anfliegen (lediglich ein Paar schafft es mit erheblichen Anstrengungen):
Wie rechtfertigt man dann die fortlaufende massive Störung der Tiere DIREKT an ihren Nistplätzen durch Dacharbeiten, die nur wenige Zentimeter über ihren Köpfen stattfinden?
Die Gesetzeslage ist eindeutig!
Mauersegler sind eine geschützte Art (§ 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG).
Ihre Nistplätze (Fortpflanzungs- und Ruhestätten) sind nach § 44 BNatSchG sogar streng geschützt!
§ 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG):
Es ist verboten, wild lebende Tiere der besonders geschützten Arten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören.
Es ist außerdem verboten, Fortpflanzungs- oder Ruhestätten dieser Tiere zu beschädigen oder zu zerstören.
Eine erhebliche Störung oder Beschädigung der Nistplätze kann nach § 71 BNatSchG als Straftat verfolgt werden, wenn sie vorsätzlich oder grob fahrlässig erfolgt und dadurch der Schutz der Art gefährdet wird.
Im vorliegenden Fall – also bei fortlaufender Störung und Zerstörung der Nistplätze trotz Kenntnis der Behörden – kann von einer Straftat ausgegangen werden, da die Schutzvorschriften vorsätzlich missachtet wurden.
Damit alle verstehen, warum wir so aufgebracht sind, hier ein Auszug der Ereignisse – und das ist wirklich nur das Nötigste:
Freitag, 09.05.2025:
Erste Meldung an die Behörde durch Beobachter.
Antwort: Man könne erst am Dienstag (13.05.) nachschauen – ein Unding bei einer solchen Dringlichkeit!
Montag, 12.05.2025:
Wir und die Deutsche Gesellschaft für Mauersegler informieren sämtliche zuständigen Behörden.
Antwort: „Wir haben es weitergeleitet, es wird umgehend geprüft.“
Dienstag, 13.05.2025:
Das Gerüst steht unverändert. Trotz mehrfacher Nachfragen keine Handlung – nur Vertröstungen.
Mittwoch, 14.05.2025:
Die Baufirma ruft bei der Mauerseglerklinik an, will wissen, wie weit zurückgebaut werden soll.
Eine Helferin macht sich auf den Weg, um vor Ort – wie besprochen – zu zeigen, wie weit zurückgebaut werden muss.
Währenddessen wird das Dach bereits abgedeckt, Ziegel entfernt und zerstört, Nistplätze zerstört – Beweisfotos liegen vor.
Vor Ort wird unter Anwesenheit eines Mitarbeiters vom LUA ein Laufbrett entfernt – das war’s. Die Bauarbeiten gehen weiter.
Donnerstag, 15.05.2025:
Weitere Anrufe und Mails – keine Antwort mehr von Behörden.
Das Ordnungsamt zuckt mit den Schultern: „Die Baufirma habe vollendete Tatsachen geschaffen.“
Freitag, 16.05.2025:
Das Dach bleibt offen, die Arbeiten laufen weiter, keinerlei Reaktion mehr von Behörden.
Bis heute (29.05.2025) ist das Haus eingerüstet, täglich neue Baumaterialien – niemanden interessiert es.
Fazit:
Hätten die Behörden am Freitag oder spätestens Montag gehandelt, wäre all das vermeidbar gewesen.
Stattdessen wurde das Dach bewusst abgedeckt, obwohl allen klar war, dass hier nachweislich besonders geschützte Tiere brüten – und dass die Nistplätze streng geschützt sind und die Baustelle nicht hätte fortgeführt werden dürfen.
Das ist nicht nur Ignoranz, sondern aktives Inkaufnehmen von Gesetzesverstößen und Tierleid.
An die zuständigen und verantwortlichen Behörden:
Selbst wenn ihr euch die Situation schönredet und behauptet, die Tiere könnten trotz Baustelle an ihre Nester:Allein die fortgesetzte Störung durch Bauarbeiten wenige Zentimeter über den Köpfen der Mauersegler ist ein klarer Verstoß gegen § 44 BNatSchG. Das ist nicht nur ein Vergehen – es kann als Straftat verfolgt werden, da ja längst bekannt war, dass die Tiere dort sind.
Es wäre eure Pflicht gewesen, das zu verhindern!
Ein großes Dankeschön!
Abschließend möchten wir uns von Herzen bei allen bedanken, die hinter uns stehen, die unsere Petition unterschrieben haben und die den Mauerseglern ihre Stimme geben.
Ohne eure Unterstützung wäre dieser Protest nicht möglich – ihr seid es, die den Tieren eine Stimme verleihen und den notwendigen Druck aufbauen.
Danke, dass ihr nicht wegschaut, sondern aktiv für den Schutz der Mauersegler eintretet!
Bitte teilt die Petition weiter ❤️
🔗 https://chng.it/JB87w9YySD
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 29.05.2025
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 28.05.2025Manche von euch begleiten mich schon länger und wissen: Ich habe ein ganz besonderes Händchen für die „tot geglaubten“ – für jene kleinen Wesen, die andere längst aufgegeben haben. Sätze wie „Das wird nix mehr“, „Da kann man nichts mehr machen“ oder gar „Leg es in die Natur, dann hat es wenigstens noch einen Sinn“ höre man so oft. Zum Glück wissen unsere Schützlinge nichts von diesen Prognosen – und widerlegen sie regelmäßig aufs Neue. Vielleicht reden die Experten manchmal einfach Blödsinn… oder ich habe magische Fähigkeiten. Oder beides. 😉
Heute möchte ich euch unsere aktuell kleinsten Mitbewohner vorstellen. Zugegeben, es sind keine Mauersegler – aber sie waren in größter Not. Am Sonntag erreichte uns ein Notruf: Zwei winzige Babys, frisch aus dem Ei und teilweise noch im Schlupf, wurden auf einem Misthaufen am Reitstall gefunden – ausgekühlt und schon sehr schwach.
Dank unserer lieben Jutta kamen die beiden noch am späten Abend bei uns an. Mit einer mikroskopisch kleinen Infusion und im vorgewärmten Inkubator konnte man ihnen förmlich zusehen, wie sie langsam wieder Kraft schöpften. Die nächsten zwei Nächte waren für mich sehr kurz, denn um ihr Überleben zu sichern, musste ich auch nachts nach ihnen sehen. (Und bevor jetzt jemand sagt: „In der Natur kümmert sich nachts auch keiner“ – ja, aber in der Natur wären die beiden jetzt nicht mehr am Leben.)
Montag war noch kritisch, ein Kleines hatte besonders zu kämpfen. Aber auch das hat sich glücklicherweise gelegt und aktuell sind beide rundum zufrieden – und haben einen riesigen Hunger!❤️
Na, wer von euch kann erraten, was aus diesen beiden Wundern einmal werden wird? 🐣🪶
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 27.05.2025Weil wir nichts unversucht lassen wollen.
Bitte teilt und unterschreibt !
https://chng.it/q6fGTs6CmT
Danke 🖤🪶
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 27.05.2025Altsegler Veloura hat alles verloren. Es tut mir so unendlich leid 😢
Gestern haben wir einen Notfall von der Wildvogelrettung Kaiserslautern übernommen. Im Zuge von Dacharbreiten und der Zerstörung mehrerer Nistplätze wurde ein Nest sichergestellt, bevor es mitsamt seinem Inhalt entsorgt worden wäre – begleitet vom Gelächter der Bauarbeiter.
Nach der Sicherstellung zeigte sich, dass in dem Nest ein adulter Mauersegler wie im Schock auf seinen drei Eiern saß. Zusätzlich befanden sich darin vier Spatzenküken, die offenbar aus einem benachbarten Nest in das Mauerseglernest geraten waren.
Der aktuelle Sachstand ist leider, dass die Person, die das Nest an sich genommen hat und an die Wildvogelrettung übergeben hat, nicht bereit ist, den genauen Standort der Baustelle zu nennen. Ohne diese entscheidende Information sind uns die Hände gebunden, und wir können keine weiteren Schritte einleiten. So bleibt uns nichts anderes übrig, als mitansehen zu müssen, wie erneut Nester und das Leben einer kleinen Mauersegler- und Spatzenfamilie zerstört wurden.
Wieder einmal zeigt sich: Wenn persönliche Befindlichkeiten und das menschliche Bedürfnis, sich über alles zu stellen, wichtiger sind als das Leben der Schwächsten, zahlen am Ende immer die Tiere den höchsten Preis.💔
Wir bedauern diese Entwicklung sehr. Nur mit vollständigen Informationen können wir zumindest versuchen gemeinsam mit den Behörden wirksamen Schutz für unsere heimischen Wildvögel gewährleisten und Maßnahmen wie einen sofortigen Baustopp sowie das Anbringen von Ersatznestern fordern.
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 27.05.2025Von 🖤 Danke Dr. Mark Benecke für deine Unterstützung und die deiner Community 😍
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 25.05.2025Wir wissen nicht, was genau geschehen ist. Aber eines ist sicher: Zaya hatte unglaubliches Glück.
Irgendwie muss sie in den Fluss gestürzt sein – ob durch einen Flugfehler, eine Erschöpfung oder gar eine Kollision, bleibt ungewiss. Als ihre Finderin sie entdeckte, kauerte sie mit letzter Kraft an einer Mauer direkt im Wasser. Nass, geschwächt und fast unsichtbar. Ohne diesen einen Moment, ohne den aufmerksamen Blick – sie hätte nicht überlebt.
Doch sie hatte Glück und sie wurde gesehen.
Ein riesiges Dankeschön an die aufmerksamen Finder, die nicht wegsahen – und an die Helfer die sofort zur Rettung eilten. Ohne euch gäbe es dieses kleine Leben jetzt nicht mehr.
Zaya ist nun bei uns in Sicherheit, wird umsorgt und darf sich in ihrem Tempo erholen. Ihr Name bedeutet „Schicksal“ – und genau das passt zu ihr: Zaya ist ein Symbol dafür, wie nah Leben und Tod manchmal beieinander liegen, und wie viel ein einziger rettender Blick bedeuten kann.
Willkommen, kleine Zaya❤️
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 24.05.2025Gerettet in letzter Sekunde.
Eigentlich hatte ich mir heute Abend ein paar Stunden Auszeit gegönnt – eine seltene Gelegenheit für einen Kinobesuch. Doch kurz vor der Abfahrt klingelte das Telefon: ein Notfall. Zum Glück konnte unsere Kirsten sofort einspringen und die Erstversorgung übernehmen. Während ich später auf dem Heimweg war, machte sich eine weitere Helferin direkt auf den Weg, um die kleine Patientin zu uns zu bringen.
Freya aus Heidelberg – hatte sich offenbar in einem Dachstuhl verirrt und fand aus eigener Kraft keinen Weg mehr nach draußen. Schätzungsweise zehn Tage saß sie dort unbemerkt fest. Mauersegler verhalten sich in solchen Situationen extrem leise – oft machen sie erst kurz vor dem völligen Zusammenbruch durch verzweifeltes Scharren auf sich aufmerksam.
Sie hatte großes Glück: Ihr leiser Hilferuf wurde rechtzeitig gehört. So konnte sie lokalisiert und gesichert werden. Wie es zu dieser gefährlichen Situation kommen konnte, wird nun genau analysiert. Gemeinsam mit den Beteiligten werden wir geeignete Maßnahmen treffen, um solche Vorfälle künftig zu verhindern.
Aktuell zählt jedoch nur eins: Freyas Überleben.
Mit nur 29 Gramm Körpergewicht ist sie am Ende ihrer Reserven. Ihr Zustand ist kritisch. Sie wurde sofort mit Infusionen stabilisiert und konnte bereits den ersten kleinen Bissen Nahrung zu sich nehmen – der erste seit vielen vielen Tagen, auch ihr Durst war riesig. Nun liegt sie in unserer Intensivbox, und wir hoffen, dass sich ihre geschwächten Organe wieder erholen.
Bitte drückt für sie die Daumen .Und danke an alle Helfer ❤️
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 24.05.2025Aktueller Stand zum Fall in Saarbrücken – Ein ernüchterndes Fazit für den Artenschutz
Hier der heute erschienen Artikel dazu : https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/saarbruecken-vogelschuetzer-zeigen-umweltbehoerde-an-v27_aid-128121969
Bis heute steht das Baugerüst in 66117 Saarbrücken. Das gesamte Dach wurde inzwischen vollständig erneuert, die Bauarbeiten laufen weiterhin ungehindert und offenbar mit Billigung der zuständigen Behörden. Die Hinweise und die fundierte Expertise einer spezialisierten Tierärztin für Mauersegler wurden von den Verantwortlichen nicht anerkannt; stattdessen wurden eigene, allgemeine ornithologische Einschätzungen über die spezifische Fachmeinung gestellt. Es wurde behauptet, mit der Entfernung eines einzelnen Laufbrettes sei dem Artenschutz Genüge getan und der Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz (§ 44 BNatSchG) damit behoben.
Wir haben sämtliche zuständigen und übergeordneten Behörden informiert, darunter das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz, die EU-Kommission sowie das Bundesumweltministerium. Strafanzeigen gegen alle Beteiligten wurden gestellt. Es ist jedoch zu befürchten, dass diese Verfahren als Ordnungswidrigkeiten eingestuft werden – und ausgerechnet die Behörde, die an der Entstehung und Duldung des Problems beteiligt war, wäre nun auch für die Ahndung der Verstöße zuständig.
Eine Rückmeldung oder Stellungnahme von Seiten der Ministerin, die sich öffentlich für den Schutz der Artenvielfalt einsetzt ( siehe Flye), steht bislang ebenfalls aus.
Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir als ehrenamtlich Engagierte keine weiteren rechtlichen oder praktischen Möglichkeiten mehr sehen. Wir bitten daher um Verständnis, dass wir keine unrealistischen Vorschläge wie das eigenhändige Abbauen eines Baugerüsts in 20 Metern Höhe umsetzen können. Auch zahlreiche weitere Hilfsangebote verliefen letztlich im Sande.
Die Situation ist für die betroffenen Tiere dramatisch: Selbst wenn die Entfernung des Laufbrettes kurzfristig einen Zugang ermöglicht hätte, fanden die Bauarbeiten weiterhin direkt über den Köpfen der Mauersegler statt – lediglich getrennt durch eine dünne Dämmschicht. Der Stress und die Gefahr für die Tiere waren und sind enorm.
Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die uns in dieser schwierigen Zeit mit Engagement, Expertise und Solidarität zur Seite standen. Die vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die umfangreiche Dokumentation und die rechtlichen Schritte haben uns viel Kraft gekostet. Umso schmerzlicher ist es, dass der Schutz dieser geschützten Art letztlich an behördlichem Versagen und mangelnder Umsetzung geltenden Rechts gescheitert ist.
Rechtlicher Hintergrund:Nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist es verboten, wild lebende Tiere geschützter Arten während der Fortpflanzungszeit erheblich zu stören oder ihre Fortpflanzungs- oder Ruhestätten zu beschädigen, zu zerstören oder ihnen den Zugang zu verwehren. Verstöße können gemäß § 69 BNatSchG als Ordnungswidrigkeit oder Straftat verfolgt werden.
Wir hoffen weiterhin, dass eine übergeordnete Stelle die Dringlichkeit erkennt und endlich handelt.
Traurige Grüße
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 23.05.2025Heute war wieder ein ereignisreicher Tag.
Nachdem einige unserer Schützlinge wieder in die Freiheit entlassen werden konnten, erreichte uns ein größerer Sammeltransport aus dem Saarland von unserer dortigen Pflegestelle. Auf dem Weg konnten wir zudem noch einen Notfall aus Frankenthal einsammeln.
Ein großes Dankeschön an unsere Fahrer die wie immer alles bestens organisiert und für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben!
Doch leider mussten wir auch heute wieder erleben, wie gefährlich Unwissenheit und Ignoranz sein kann.
Unter den geretteten Tieren war ein adulter Mauersegler, der am Boden gefunden wurde – geschwächt, mit Anflugtrauma, Schmerzen und völlig am Ende seiner Kräfte. Statt fachkundiger Hilfe wurde das Tier vom Finder gleich mehrmals in die Luft geworfen, in der Hoffnung, es würde wieder fliegen. Nach dem ersten unnötigen Versuch hätte klar sein müssen, dass etwas nicht stimmt. Doch aus Unwissenheit und fehlendem Mitgefühl wurde das Tier immer wieder zum Fliegen genötigt und prallte immer wieder zu Boden. Die Folge: schwere innere Verletzungen durch die wiederholten Stürze. Trotz aller Bemühungen verstarb der Segler später in unserer Pflegestelle.
Wir fragen uns immer wieder: Wo bleibt der gesunde Menschenverstand? Was bewegt Menschen dazu, so zu handeln? Es ist so sinnlos und macht uns traurig und müde.
So viele Tiere müssen am Ende sterben obwohl sie zuvor so einfach zu Retten gewesen wären.
Deshalb unser dringender Appell:
Ein Mauersegler am Boden braucht IMMER Hilfe. Er sitzt nicht grundlos dort und braucht keine Starthilfe! Werft ihn bitte niemals in die Luft! Holt euch Hilfe, informiert euch oder bringt das Tier zu einer erfahrenen Pflegestelle. Nur so hat er eine Chance zu überleben.
Anlaufstellen:
www.mauersegler.com
www.mauerseglerhilfe-apus.de
Trotz aller Herausforderungen gibt es auch Lichtblicke: In den nächsten 1–2 Tagen erwarten wir das Schlüpfen der Babys von Julius und Juliane! Wir freuen uns schon sehr darauf, diesen besonderen Moment mit euch zu teilen und danken euch, dass ihr so interessiert mitfiebert. ❤️😍
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 18.05.2025Cealums letzter Atemzug – ein Appell gegen gut gemeinte Fehler
Heute ist Cealum gestorben. Sein Leben endete nicht durch einen Raubvogel, nicht durch einen Unfall, sondern durch einen Fehler, der aus Mitgefühl und Unwissenheit entstand.
Menschen wollten helfen, sie meinten es gut – und trotzdem wurde alles falsch gemacht.
Cealum wurde in Heidelberg gefunden. Man hielt ihn für ein Vogelbaby und wollte ihm sofort helfen. Doch dann passierte das, wovor wir immer wieder verzweifelt warnen:
Er bekam Wasser – direkt in den Schnabel.
Was viele nicht wissen: Bei Vögeln liegt das Atemloch direkt hinter der Zunge , Wasser kann direkt in die Atemwege laufen, wo es alles blockiert. Ein qualvoller Tod, ein langsames Ersticken – und genau das ist Cealum passiert.
Als er zu uns kam, war es schon zu spät. Seine Augen waren leer, sein Körper kämpfte verzweifelt um jeden Atemzug. Ich konnte so schnell garnichts mehr tun. Wenige Sekunden später der letzte qualvolle Atemzug.
Nicht, weil er verletzt war. Nicht, weil er krank war. Sondern weil jemand nicht wusste, wie man richtig hilft.
Cealum hätte leben können. Er hätte gerettet werden können.
Sein Tod war sinnlos. Und er ist nicht der Einzige. Jedes Jahr sterben unzählige Tiere, weil Menschen ihnen aus Unwissenheit Wasser oder Futter geben.
Weil wir glauben, sofort handeln zu müssen.
Weil wir denken, „etwas tun“ sei besser als „nichts tun“.
Aber manchmal ist „nichts tun“ und auf Hilfe warten das einzig Richtige.
Cealum hatte vielleicht ein Nest, einen Partner, Eier die bebrütet werde. Sein Tod reißt eine Lücke.
Sein Partner wird verzweifelt warten, hungern und auf seine Rückkehr hoffen – bis auch er aufgeben muss, Eier die absterben, leben das nicht versorgt werden kann.
Alles zerstört durch einen einzigen Fehler.
Bitte, bitte – wenn ihr ein verletztes oder schwaches Tier findet:Gebt ihm niemals einfach Wasser oder Futter!
Kontaktiert sofort Profis – Auffangstationen, Pflegestellen, Experten.Folgt ihren Anweisungen.
Unwissenheit ist keine Entschuldigung, wenn sie Leben kostet.Cealums Tod war unnötig.
Lasst uns wenigstens dafür sorgen, dass er nicht umsonst war.
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