Heute hat sich die schöne Malu gemeinsam mit elf weiteren Mauerseglern in den strahlend blauen Himmel erhoben.
Malu war nun etwa sechs Wochen bei mir – in einer Zeit, die geprägt war von Chaos, Überlastung und Ausnahmezustand. Trotzdem: Nicht eine einzige Feder von ihr hat darunter gelitten.
Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Arbeit.
Denn es ist möglich, auch unter hohem Druck höchste Pflegestandards aufrechtzuerhalten – wenn man weiß, was man tut. Und genau das ist notwendig, um diesen Tieren den Start in ein gesundes, freies Leben zu ermöglichen.
Zur Erinnerung: Ein paar grundlegende Fakten zur artgerechten Pflege von Mauerseglern – ohne Ausnahmen, ohne Diskussion.
– Das Gefieder muss jederzeit sauber und glänzend sein Verschmutzungen sind sofort zu entfernen.
– Die Kehle muss weiß sein. Kein Futterreste. Keine gelben Flecken. WEIẞ!
– Gefüttert wird ausschließlich mit geeigneten Insekten.Kein hektisches vor dem Schnabel gefuchtel und auch kein stoßartiges einführen der Pinzette ( hohes Verletzungs Risiko)
– Eine Ergänzung mit Mineralstoffen und Vitaminen ist zwingend erforderlich. Korvimin ZVT ist Standard. Alternativen sind möglich, aber: Nekton MSA allein ersetzt Korvimin nicht und reicht nicht aus!
– Spätestens alle zehn Tage muss eine Injektion mit Vitamin-B-Komplex (nicht B12) erfolgen – subkutan in die Kniefalte, durch tierärztliches Fachpersonal oder geschulte Pfleger.
In bestimmten Fällen – etwa bei Krankheit oder medikamentöser Behandlung – ist eine häufigere Gabe erforderlich.
Die orale Gabe ist beim Mauersegler nicht ausreichend. Sie überdeckt möglicherweise kurzfristig Symptome, ändert aber nichts am Defizit.
Ein Vitamin-B-Mangel beginnt schleichend mit Appetitverlust, führt zu neurologischen Ausfällen, Krämpfen – und endet mit dem Tod.
Appetitlosigkeit wird oft als normales Verhalten fehlinterpretiert.
Fakt ist: Hier verweigern weniger als ein Prozent der Tiere dauerhaft die Nahrungsaufnahme. In den allermeisten Fällen handelt es sich nicht um Verweigerung, sondern um beginnende Mangelerscheinungen.
Ein Mauersegler, der unterversorgt in die Freiheit entlassen wird, hat kaum Überlebenschancen.
Ein bereits entstandenes Defizit lässt sich durch natürliche Nahrung draußen nicht mehr kompensieren.
Die Folge: Der Vogel stürzt irgendwann zu Boden – und stirbt.
Wer nicht in der Lage ist, diese Anforderungen konsequent einzuhalten –
wessen Mauersegler nicht so aussehen wie Malu –
sollte die Finger von diesen Tieren lassen.
Unterstützt Stationen.
Lernt es von Grund auf ,Pflegt unter Anleitung einfacherere Arten.
Aber hört auf, diese hochspezialisierten Wildtiere durch Unwissenheit oder Nachlässigkeit zu gefährden.
Alle Informationen zur sachgerechten Pflege unter:
www.mauersegler.com
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 07.08.2025
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 06.08.2025In den letzten Tagen haben wir erneut mehrere Mauersegler für die Mauerseglerklinik mit Gefiederschäden übernommen – vorrangig von anderen Pflegestellen aus Deutschland.
Manchmal frage ich mich, ob meine Ansprüche an Haltung und Hygiene zu streng sind ( ich weiss das es nicht so ist ) aber so viele Tiere erreichen uns in bedenklichem Zustand – verschmutzt, verklebt, oft ohne angemessene Behandlung.
Solche Mängel erschweren die Pflege erheblich und können im schlimmsten Fall tödlich enden.
Gestern kam ein Transport aus dem Saarland:
Sechs Mauersegler wurden dort einen Tag zuvor einfach vor die Tür einer Pflegestelle abgestellt – ein Vorgehen, das absolut nicht akzeptabel ist.
ABER: Alle Tiere waren in einem guten Zustand – sauber, stabil, kräftig. Eine erfreuliche Ausnahme, vorallem aus dieser Region.
Wir halten weiter die Stellung. Das Wetter stabilisiert sich, Auswilderungen stehen bevor – gleichzeitig erreichen uns täglich neue Notfälle.
Bitte denkt an uns ,die Futterkosten sind noch immer Hoch und nun kommen vermehrt Kosten für Abstriche und Labordiagnostik dazu.
Die Saison ist noch nicht vorbei.🖤
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 02.08.2025Wenn der Himmel ruft …
Heute war es so weit: Das Wetter war trocken, die Bedingungen gut – also haben wir unseren Schützlingen die Freiheit geschenkt, auf die sie so lange vorbereitet wurden.
Zuerst erhoben sich zwei Mauersegler in die Lüfte – schnell, zielstrebig und mit der typischen Eleganz ihrer Art. Ihnen folgten acht Alpensegler. Drei adulte Tiere, die sich von ihren Verletzungen vollständig erholt haben, machten den Anfang und führten die Gruppe an. Kurz darauf folgten fünf, die wir von klein auf begleitet haben – unsere einst winzigen Minis, darunter auch unser Goliath. Was für ein Gefühl, ihn nun stark und bereit in den Himmel starten zu sehen.
Die Freilassung der Alpensegler ist jedes Mal ein Moment voller Spannung. Ihre Masse verlangt ihnen beim Start etwas mehr Kraft ab als ihren kleineren Verwandten, den Mauerseglern. Deshalb lasse ich sie grundsätzlich von der Leiter aus starten – so bekommen sie den kleinen Extra-Schub, den sie brauchen. Nur weil sie bei einer "Zwergen-Ersatzmama" aufgewachsen sind, sollen sie ja keine Nachteile haben. 😉
Ein riesiges Dankeschön an unsere tollen Helfer, die uns heute begleitet und mit Fernglas jeden Start aufmerksam bis hoch in den Himmel verfolgt haben.
Macht’s gut, ihr tapferen kleinen Riesen. 🖤
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 01.08.2025
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 30.07.2025Vielleicht erinnert ihr euch noch an unsere beiden kleinen Schwalbenkinder die auf dem Misthaufen noch im Ei steckend gefunden wurden. Heute haben sie ihre Reise zur lieben Krähenmutti angetreten, um dort auf die Freiheit vorbereitet zu werden.
Eine der beiden wird vermutlich überwintern müssen. Sie war von Anfang an die Schwächere und hatte immer wieder kleine Problemchen während der Aufzucht – das zeigt sich nun leider auch ein wenig im Gefieder. Als sie zu uns kamen, waren beide stark ausgekühlt und es sah nicht gut aus.Aber die kleine hat tapfer gekämpft und wird den restlichen weg auch noch schaffen.
Es hat viele schlaflose Nächte gebraucht, um die Winzlinge zu stabilisieren – mit Fütterungen alle 30 Minuten, winzige Insekten, rund um die Uhr. Ich war so erleichtert, als es endlich bergauf ging.
Jetzt heißt es loslassen. Die beiden haben so viel geschafft – und ich wünsche ihnen von Herzen, dass sie ihren Weg weitergehen können, Stück für Stück in Richtung Himmel.
Danke an Sandra das die kleinen nun in besten Händen sind 🖤
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 30.07.2025Da uns derzeit vermehrt Anfragen erreichen, wann wieder Schulungen stattfinden, möchte ich hier kurz etwas Klarheit schaffen:
Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich dazu noch nichts sagen.
Wir befinden uns noch mitten in der Hochsaison. Die Notfallzeit der Alpensegler beginnt gerade erst, und wir übernehmen bereits erste Gefiederschäden zur Entlastung der Mauerseglerklinik.
Es ist schlicht keine Zeit, in der ich überhaupt Kapazitäten habe, mich mit der Planung von Schulungsterminen zu befassen.
Vielleicht im Winter, vielleicht erst im Frühjahr – ich weiß es nicht, und ich möchte mich momentan auch nicht auf feste Termine festlegen.
Nach dieser extrem fordernden Saison liegt der Fokus zunächst darauf, die nächsten Schritte für die Zukunft gut vorzubereiten – damit sich ein Jahr wie dieses nicht wiederholen muss. Wir möchten sicherstellen, dass auch in Zeiten erschöpfter Kapazitäten keine Finder allein gelassen werden und eine gute Beratung gewährleistet ist.
Dafür ist viel zu organisieren und neu aufzustellen.
Erst wenn das geschafft ist, kann ich überlegen, ob und in welchem Umfang Schulungen wieder möglich sind.
Und nach all dem wäre auch eine kleine Pause – ganz seglerfrei wird sie ohnehin nicht – sicherlich nötig und willkommen.
Sobald wir neue Schulungstermine und die Rahmenbedingungen festgelegt haben, werden wir sie selbstverständlich rechtzeitig bekannt geben.
Ich bitte daher weiterhin um etwas Geduld – und danke euch herzlich für euer Verständnis.
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 29.07.2025Warum ich in meinen Schulungen immer wieder so eindringlich auf Hygiene poche
Ich sage es nicht aus Prinzip und auch nicht, weil ich besonders streng sein will – sondern weil es über Leben und Tod entscheidet:
Hygiene bei der Versorgung von Mauerseglern ist absolut unerlässlich.
Eine unsaubere Fütterung ist niemals „nicht so schlimm“. Auch wenn nur ein bisschen Futter an den Federn klebt – das kann schwerwiegende und oft tödliche Folgen haben.
Im besten Fall ist nach dem Füttern keine einzige Feder nass.
Warum ich das immer wieder so deutlich mache, zeigen die folgenden Bilder.
Dieser Mauersegler kam gestern in unsere Obhut – aus einer Pflegestelle, die ihn erst spät übernommen hat, nachdem das Schlimmste bereits geschehen war.
Zuvor wurde er in privater Haltung betreut – dort wurde er derart unsauber gefüttert, dass er komplett verschmiert war. Die Futterreste waren bereits am Verderben. Die daraus entstandene Keimbelastung war massiv.
Und was dann passiert, ist leider kein Einzelfall:
Auch wenn solche Tiere zunächst noch munter wirken, ist ihr Körper innerlich längst im Ausnahmezustand.
Die Keime breiten sich aus, Infektionen entstehen, das Immunsystem ist überfordert.
Bei diesem Vogel hatten sich die Augen so stark entzündet, dass er nie wieder hätte sehen können.Die Augen regelrecht zerfressen vom Eiter.Eine Rettung war nicht mehr möglich.
Und solche Fälle werden häufiger – wir bekommen zunehmend Mauersegler, die aus schlechter Haltung stammen. Nicht nur von Privatpersonen, sondern auch aus Tierschutzeinrichtungen.
Verschmiert, geschwächt, verletzt – viel zu oft bereits jenseits des Rettbaren.
Deshalb betone ich es unermüdlich:
Zur Versorgung gehört mehr als nur Füttern. Es braucht Sorgfalt, Wissen – und vor allem konsequent saubere Bedingungen: sauberes Futterbesteck, gründlich gewaschene und desinfiziert Hände,gefiederschutz und sichere Fütterungstechnik.
Wer nicht in der Lage ist, einen Mauersegler sauber und ohne Gewalt zu füttern, sollte es bitte lassen – egal ob privat oder im Namen des Tierschutzes.
Denn wenn das Ergebnis Leid ist, war es keine Hilfe.
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 25.07.2025Erinnert ihr euch noch an das Gelege, das gemeinsam mit Altseglerin Veloura bei uns ankam?
Am 08.06. schlüpften daraus in unserem Brüter drei kräftige Mauersegler-Küken.
Heute Vormittag war es soweit: Merit und Faraday sind zusammen mit fünf weiteren Seglern in ihr großes Abenteuer Freiheit gestartet.
Fliegt vorsichtig und passt auf euch auf .Es war mir eine Ehre auch euch auf eurem Weg begleiten zu dürfen.❤️
Ihr Nestgeschwisterchen Khaleesi, die als Letzte geschlüpft ist, braucht noch ein paar Tage mehr Zeit. Ihre Entwicklung ist etwas verzögert, aber sie bekommt alle Zeit der Welt ❤️
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 22.07.2025Morgen steht ein ganz besonderer Tag bevor: Der große Start in die Freiheit. Über 40 Mauersegler – die Finale Zahl wissen wir morgen früh – werden in ihr neues Leben entlassen. Für viele war es ein langer Weg bis hierher, geprägt von Kämpfen, Rückschlägen und unglaublich viel Glück, überhaupt gefunden und gerettet worden zu sein.
Einige unserer Helfer werden vor Ort sein, um sicherzustellen, dass alles reibungslos verläuft, wenn der Himmel plötzlich so viel seglerreicher wird.
Jeder dieser Vögel ist einzigartig. Und doch gibt es jemanden, der morgen ganz besonders hervorstechen wird: unsere kleine Caelia❤️
Vielleicht erinnert ihr euch an sie – oder vielmehr an ihre Geschichte. Caelia kam zusammen mit ihren Geschwistern zu uns, doch während diese schon geschlüpft waren, lag sie noch im Ei. Es war ein Moment, in dem Hoffnung und Zweifel nah beieinander lagen. Ihr Leben hätte enden können, bevor es überhaupt begonnen hatte.
Doch es gelang uns, ihr winziges Herz weiter schlagen zu lassen. Und tatsächlich: Sie schlüpfte. Dieser Moment war unbeschreiblich. So zerbrechlich – und doch so voller Leben.
Liebe Caelia, es war mir eine Ehre, dich auf deinem Weg begleiten zu dürfen. Auch wenn jeder einzelne von euch ein kleiner Schatz ist – du wirst morgen einen ganz besonderen Platz einnehmen. Mögest du sicher fliegen und in ein langes, freies Leben starten.❤️
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 21.07.2025Zuckerschock vorm Schlafengehen!
Eigentlich wollte ich ja füttern – aber wenn man so süß angeschaut und regelrecht angehimmelt wird, muss man einfach zur Kamera greifen. Ein Teil unserer Alpensegler hat heute wieder herzzerreißend posiert.
Aus kleinen grauen Flauschkugeln sind wunderschöne Teenager geworden – in der Mitte oben seht ihr Goliath,ihr erinnert euch sicher noch an das kleine Baby im Nestchen, unseren sanften Riesen mit nun stolzen 110 g.
Schlaft gut! ❤️